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Dax zum Handelsschluss

   

Wochenausblick: Zinswende jetzt oder später?

14. September 2015. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nun ist es soweit: Am kommenden Donnerstag steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank an, über die schon seit Monaten spekuliert wird. Die Meinungen gehen weiter auseinander. „Wir halten es für wahrscheinlicher, dass die Fed noch einmal zögert und die Zinswende auf den Dezember verschiebt“, erklärt zum Beispiel die Commerzbank. Hierfür sprächen auch die Turbulenzen in den Emerging Markets.

Anderer Ansicht ist etwa die DekaBank: „Wir rechnen damit, dass die Fed trotz Finanzmarktturbulenzen und Sorgen über den Wachstumsausblick der Schwellenländer die Leitzinsen anheben wird.“ Allerdings sei das Prognoserisiko hoch.

Am Montagmorgen notiert der DAX bei 10.125 Punkten nahezu unverändert zum Wochenschluss. Auf Wochensicht hatte der Index vergangene Woche, nach zwischenzeitlich hohen Ausschlägen, um knapp 1 Prozent zugelegt.

Druck auf Gewinnentwicklung

„Die jüngsten Geschehnisse kratzen an unserer allgemein positiven Haltung“, erklärt Babak Kiani von HSBC Global Asset Management Deutschland. „Wir halten nun unsere Aktienquoten im neutralen Bereich und warten ein attraktiveres Chance-Risiko-Profil ab.“ Kiani verweist auf die konjunkturelle Schwäche in China, den drohenden Zinsschritt in den USA sowie die wachsenden Zweifel an den globalen Gewinnerwartungen. „Nur noch sehr wenige Aktienindizes präsentieren sich gegenwärtig in zweifelsfrei intakter Verfassung – wenn überhaupt welche zu finden sind.“ Dies falle zusammen mit den konjunkturellen Problemen in einigen Emerging Markets wie Brasilien, Russland und China sowie wachsenden Zweifeln an den positiven globalen Gewinnerwartungen für 2016. „Diese Faktoren dürften sich auf die Gewinnentwicklung auswirken.“

Laut Andreas Hürkamp von der Commerzbank ist die erwartete Dividendenrendite für deutsche Aktien wieder von 2,5 auf 3,3 Prozent gestiegen. Auf dem nun erreichten Bewertungsniveau bestünden gute Chancen auf eine Stabilisierung des DAX in den kommenden Wochen. „Für das vierte Quartal erwarten wir eine Erholung des DAX – ähnlich wie während der Emerging Market-Krisen 1997 und 1998.“

Dynamik ist weg

Aus charttechnischer Sicht bleibt die Erholungsbewegung, die sich seit dem Crashtief vom 24. August etabliert habe, weiter intakt, wie Armin Kremser von der DZ Bank erläutert. „Doch das Momentum verläuft zuletzt zunehmend schleppend, was den Eindruck einer immer kraftloseren Bewegung vermittelt.“ Zwar lasse sich ein weiterer Anlauf nach oben mit neuen Erholungshochs nicht ausschließen, doch sei eher davon auszugehen, dass die gesamte Gegenbewegung kurz vor ihrem Abschluss stehe.

Laut Christian Schmidt von der Helaba wird bei einer DAX-Betrachtung auf Wochenbasis anhand von „Andrews Pitchfork“ deutlich, dass die untere Begrenzung der Gabel bei 10.114 Zählern einem Test unterzogen wurde. „Sollte sich der deutsche Leitindex in dieser Woche von dieser Marke deutlicher nach unten absetzen und zudem die extrem wichtige Unterstützung bei

9.928 Zählern durchbrochen werden, wäre der Weg für weitere, größere Kursverluste geebnet.“ Die nächsten Kursziele lauteten dann 9.338 und 8.904 Punkte. Die „Pitchfork“ sieht wie eine dreizackige Mistgabel aus, Charttechniker nutzen sie, um die Richtung des Kurstrends ausfindig zu machen.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten

Montag, 14. September

Webinar „ETFs: Short, smart oder mit Hebel?“: Kostenloses Online-Seminar der Börse Frankfurt um 18 Uhr.

Dienstag, 15. September

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen September. Die DekaBank weist auf die wachsenden Ängste vor den Folgen der Konjunkturabschwächung in den Schwellenländern hin. Das werde sich voraussichtlich auch in den ZEW-Zahlen niederschlagen. Die Analysten rechnen mit einem merklichen Rückgang der Konjunkturerwartungen und einem moderaten Absinken der Lageeinschätzung.

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz August. Die Einzelhandelsumsätze werden eine weitere Belebung des privaten Konsums signalisieren, meint die Commerzbank. So hätten Automobilhersteller bereits ein überraschendes Absatzplus gemeldet. Das insgesamt kleine Plus von nur 0,2 Prozent sei Folge des rückläufigen Benzinpreises, der die Tankstellenumsätze drücke.

Mittwoch, 16. September

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise August. Der Benzinpreisrutsch dürfte der Commerzbank zufolge im August die Inflation deutlich gedrückt haben. Trotz eines kräftigen Anstiegs der Mieten rechnen die Analysten daher mit unveränderten Verbraucherpreisen (Konsens -0,1 Prozent).

20.00 Uhr. USA: Fed-Zinsentscheid. Es ist nach wie vor umstritten, um die US-Notenbank schon jetzt die Zinsen anheben wird oder noch bis zum Dezember oder sogar bis zum kommenden Jahr warten wird. Zuletzt waren die Zweifel an einem Zinsschritt im September wieder größer geworden, als Grund wurden die jüngsten enttäuschenden Konjunkturdaten wie das von der Universität Michigan erhobene US-Verbrauchervertrauen angeführt.

Freitag, 18. September

„Großer Hexensabbat": An Derivatebörsen verfallen Futures und Optionen auf Aktien und Indizes. Das sorgt in der Regel für hohe Umsätze und viel Bewegung bei den Kursen.

Samstag, 19. September

Frankfurter Börsentag: Messe für Privatanleger und Anlageberater mit Vorträgen von 9.30 bis 17.00 Uhr. Ort: Kongresshaus Kap Europa/Messe Frankfurt.

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Von Anna-Maria Borse, Deutsche Börse AG
© 14. September 2015

 


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