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Auslandsaktien: Öl- und Medienbranche Verlierer in der aktuellen US-Berichtssaison

6. August 2015. Frankfurt (Börse Frankfurt). Seit rund vier Wochen läuft die Berichtssaison für das zweite Quartal in den USA. "Bislang haben 423 Unternehmen im S&P 500 ihre Bücher offengelegt", fasst Roland Stadler zusammen. Wie so oft gibt es sowohl Licht als auch Schatten. Während Konzerne wie Google (WKN A0B7FY), Amazon (WKN 906866) und Netflix (WKN 552484) Anleger in Feierlaune versetzten, sorgten etwa The Walt Disney Company (WKN 855686) und Tesla (WKN A1CX3T) für lange Gesichter. "Über 80 Prozent der Ergebnisse im Index lagen über den Erwartungen", zieht Roland Stadler von der Baader Bank eine erste Bilanz. Das liege zwar zum Teil an den zuvor reduzierten Schätzungen. Dennoch verdiene sich so manches US-Unternehmen eine goldene Nase.

Ölbranche leidet

Die Energie- und Rohstoffindustrien mit Ölmultis wie Exxon Mobil (WKN 852549), Chevron (WKN 852552) und Shell (WKN A0D94M) gehören derzeit zu den Verlierern. "Die Zahlen waren grauenhaft, was sich in den Reaktionen am Aktienmarkt widerspiegelt", bemerkt Michael Arras. Der niedrige Ölpreis hinterlasse mit Einbrüchen in Höhe von 40 bis 50 Prozent deutliche Spuren bei den Erträgen für das zweite Quartal. "Produzenten benötigen aber einen Ölpreis um die 60 US-Dollar", beschreibt der Händler von Oddo Seydler das Dilemma. Nach einer Kehrtwende sehe es derzeit aber nicht aus. Trotz sinkender Ölnotierungen erhöhten die Produzenten in den USA sogar ihre Kapazitäten. Laut Baker Hughes (WKN 872933) ist die Anzahl der Öl-Bohrlöcher allein in den vergangenen zwei Wochen um weitere fünf auf insgesamt 664 gestiegen.

Gegenwind auf für Zulieferer und Gasproduzenten

Die Flaute im Sektor spüren auch Öldienstleister wie Halliburton (WKN 853986). Dem Ölfeldausrüster sei in den vergangenen Monaten ebenfalls der Gewinn weggebrochen. Dennoch habe der Konzern mit einem Miniplus die Anlegererwartungen übertroffen. Der Ertrag von 0,44 US-Dollar pro Aktie liege 15 Cent über den Schätzungen. Die Aktie hat sich nach anfänglichen Verlusten im Zuge der Ergebnisse für das dritte Quartal wieder gefangen und notiert derzeit bei 37,10 Euro.

Abgestraft wurde hingegen Devon Energy (WKN 925345), wie Stadler bemerkt. "Trotz besserer Gewinne als prognostiziert scheinen Anleger nicht überzeugt und schickten die Aktie auf Talfahrt." Der US-Gasproduzent habe in der Vergangenheit durch mehrere Übernahmen die Aktivitäten im Öl-Sektor forciert. "Mit 172.000 Barrel pro Tag liegt die Ölproduktion 35 Prozent über dem Vorjahrsniveau." Die Umsätze  seien um 25 Prozent auf 3,39 Milliarden US-Dollar gefallen.

Fitnessprogamm für die Zukunft

Deshalb treten die Konzerne laut Arras nun stark auf die Kostenbremse. Die Branche baue in großem Stil Arbeitsplätze ab. Bereits im ersten Quartal diesen Jahres seien allein in den USA im Öl- und Gassektor über 37.000 Stellen dem Rotstrich zum Opfer gefallen. Shell plane in diesem Jahr, seine knapp 100.000 Beschäftigten um 6.500 Stellen zu reduzieren, Chevron baue rund 1.500 Jobs ab. Arras bewertet die Schrumpfkur als vielversprechend. "Wenn der Ölpreis wieder anzieht, sind die Unternehmen in einer guten Position", vermutet Arras.

Internetdienste kratzen an TV-Einnahmen der Medienriesen

Traditionelle Unterhaltungsriesen wie 21st Century Fox (WKN A1WZPY), Disney und Time Warner (WKN A0RGRY) haben ebenfalls das Nachsehen. Hohe Sonderkosten durch den Verkauf von Sky Italia und Sky Deutschland drückten bei 21st Century Fox den Gewinn für das dritte Quartal von 999 auf 87 Millionen US-Dollar, das sind umgerechnet rund 80 Millionen Euro. "Dadurch gingen die Erlöse im Film- und TV-Geschäft zurück", informiert Stadler. Generell kämpfe der Konzern wie andere große Kabelanbieter in den USA mit der schwindenden Bereitschaft der Kunden, große Programmpakete zu kaufen. "Internetalternativen wie Netflix sind billiger."

Auch Disney sorgt für lange Gesichter. Der Medienkonzern liege zwar über den Gewinnerwartungen, allerdings schwächele der Umsatz, insbesondere mit den Unterhaltungsparks. Die Aktie verlor seit Bekanntgabe der Zahlen von rund 111 auf 102 Euro. Das entspricht einem Minus von über 8 Prozent.

von Iris Merker, Deutsche Börse AG
© 6. August 2015

RSS-Quelle http://www.boerse-frankfurt.de/de/nachrichten/boerse+frankfurt+news/auslandsaktien+oel+und+medienbranche+verlierer+in+der+aktuellen+us+berichtssaison+87151

   

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